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20 Jahre Eichstätter Fachtagung Sozialinformatik: Ein Jubiläum zwischen Aufbruch und Abschied

23. Juni 2026 · Gerhard Müller

20 Jahre Eichstätter Fachtagung Sozialinformatik: Ein Jubiläum zwischen Aufbruch und Abschied

Zwei Tage Eichstätt, eine ganze Community: Wie die Sozialwirtschaft über verantwortungsvolle KI, Datenethik, den Mut zum Loslassen und digitale Souveränität diskutierte – und einem Pionier von Herzen Danke sagte.


Kurz zusammengefasst (TL;DR): Am 18. und 19. Juni 2026 kam im Priesterseminar der Diözese Eichstätt zum 20. Mal die Eichstätter Fachtagung Sozialinformatik zusammen – IT-Verantwortliche, Softwareanbieter, Wissenschaft und Beratung der Sozialwirtschaft an einem Ort. Im Mittelpunkt stand Künstliche Intelligenz, aber bewusst nicht als Hype, sondern als Frage nach Verantwortung, Datenqualität, Ethik und Haltung. Erstmals in der Geschichte der Tagung trugen zwei Frauen die beiden Keynotes: Prof. Dr. Claudia Heß über Data Governance und Datenethik, Prof. Dr. Sandra Bils über das bewusste Loslassen in traditionellen Organisationen. Praxisnah wurde es in fünf parallelen Workshops und in den Innovations-Pitches, faktenreich beim IT-Report für die Sozialwirtschaft 2026. Und es war ein besonderes Jubiläum: die letzte Tagung unter der Leitung ihres Gründers Prof. Helmut Kreidenweis, der die Reihe zwei Jahrzehnte lang geprägt hat und im Herbst emeritiert wird – mit der Übergabe an FINSOZ e. V. und dem klaren Versprechen: 2027 geht es weiter. ❤️


Ein Jubiläum mit Symbolkraft

Manche Veranstaltungen sind reines Programm. Andere sind so etwas wie Heimat. Die Eichstätter Fachtagung Sozialinformatik gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Schon in den ersten Minuten der Begrüßung war zu spüren, dass hier nicht einfach Vorträge auf der Agenda standen, sondern 20 Jahre gemeinsame Geschichte, gemeinsame Projekte, gemeinsam durchlebte Hypewellen und Ernüchterungen. „Ich bin echt überwältigt, wer alles gekommen ist” – mit diesem ehrlichen Satz eröffnete Prof. Helmut Kreidenweis die Jubiläumstagung und sprach damit vielen im Saal aus dem Herzen. Eine Stadt im Sommerflair, Cafés voller fachsimpelnder Gruppen, vertraute Gesichter neben vielen neuen: Es war jenes „Urlaubsfeeling” im allerbesten Sinne, das diese Tagung über die Jahre so unverwechselbar gemacht hat.

Es ist diese besondere Atmosphäre, die das Format trägt. Hier treffen sich Menschen, die in ihren Organisationen oft Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer sind: die einzige IT-Leitung in einem großen Wohlfahrtsträger, die Beraterin an der Schnittstelle von Fachlichkeit und Technik, der Geschäftsführer eines Branchen-Softwarehauses, die Forscherin, die nach belastbaren Zahlen sucht. In Eichstätt erleben sie zwei Tage lang, dass sie mit ihren Fragen nicht allein sind. Genau deshalb gilt hier seit jeher die augenzwinkernde, aber bitterernste Empfehlung: „Unbedingt netzwerken!” Auf den Gängen, in den Cafés, im barocken Holzer-Saal entsteht das, was eine Fachtagung nie auf Folien transportieren kann – Vertrauen unter den Menschen.

Bewegend war von der ersten Minute an der persönliche, fast intime Ton. Denn dieses Jubiläum trug zugleich einen Abschied in sich: Es ist die letzte Fachtagung, die Helmut Kreidenweis persönlich verantwortet. Im Herbst wird er an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt emeritiert. „Ich habe das nun 20 Jahre gemacht, es hat Freude bereitet – aber jetzt ist es Zeit, den Staffelstab zu übergeben, damit andere mit frischen Ideen anderes machen”, so der Gründer der Tagung, der den Spannungsbogen über das Jubiläum ganz bewusst aufrechterhielt. Die organisatorische Verantwortung liegt nun bei FINSOZ e. V., dem Digitalverband der Sozialwirtschaft, der die Reihe in gewohnter Qualität fortführen wird. Vorstandsvorsitzender Helmut Ristok brachte gleich zwei Freuden zum Ausdruck: dass FINSOZ „auserkoren” wurde, dieses Erbe weiterzutragen, und dass man bereits jetzt versprechen könne – die Fachtagung bleibt erhalten und attraktiv, und 2027 wird es zur warmen Jahreszeit erneut eine Tagung geben. Ein Abschied also, aber einer, der konsequent nach vorne zeigt.

Und es gab noch ein Novum, auf das das Vorbereitungsteam zu Recht stolz war: In diesem Jahr trugen erstmals zwei weibliche Keynote-Speakerinnen die inhaltlichen Hauptlinien der Tagung. „Da bin ich echt stolz drauf, dass uns das in diesem Jahr tatsächlich gelungen ist”, hieß es aus dem FINSOZ-Vorstand – ein Satz, der mehr ist als eine Randnotiz und der in einer Branche, die so stark von Frauen getragen wird, längst überfällig war.

FINSOZ stellt sich vor: ein Verband in Bewegung

Bevor es in die erste Keynote ging, gaben die Verantwortlichen von FINSOZ e. V. einen Einblick in die Breite ihrer Arbeit – und die ist beachtlich. Da sind die monatlichen Fachgespräche („FINSOZ informell”), in der Regel am ersten Montag im Monat, mit einem offenen Themenspeicher, der ausdrücklich nicht „in Stein gemeißelt” ist, sondern von dem lebt, worüber die Mitglieder reden wollen – vom Thema „Rechte-Inventur” über EHDS, NIS-2, Thinclients bis zu MS-Office-Alternativen. Da sind die Fachgruppen zu Künstlicher Intelligenz, zur Digitalisierung im Personalwesen und – besonders bemerkenswert – die seit 15 Jahren aktive Fachgruppe IT-Compliance, die unermüdlich Compliance-Wissen aufbereitet, etwa die kostenlos erhältliche Orientierungshilfe zu NIS-2 für Sozialwirtschaft und kirchliche Organisationen samt Ergänzungs-Leitfaden (habe ja auch einen geschrieben, siehe entsprechender LinkedIn-Artikel).

Ein roter Faden, der sich durch die gesamte Tagung ziehen sollte, wurde hier bereits gesetzt: digitale Souveränität. FINSOZ blickte zurück auf die große Souveränitätskonferenz im März in Paderborn und kündigte die Fortsetzung an – „SDS – Souverän-Digital-Sozial”, am 10./11. März 2027 erneut in Paderborn, ergänzt um die neue Online-Reihe „Pioniere aus der Praxis” zu Nextcloud, KI und souveränen Modellen sowie Low-Code-Plattformen. Vorgestellt wurde außerdem das Förderprojekt Pulsnetz MuTiG (Mensch und Technik im Gemeinwesen), das die Branche mit Trainings und Beratungen vor Ort bei der Digitalisierung unterstützt. Und schließlich ein echtes Herzensanliegen, das die soziale Dimension aller Technikdebatten greifbar machte: eine Petition für digitale Teilhabe in der Eingliederungshilfe, weil Menschen mit Behinderungen und ihre Bezugsbetreuenden bislang von zentralen Anwendungen der Telematikinfrastruktur ausgeschlossen sind. „TI für alle” – es geht, das wurde hier deutlich, am Ende nicht um Technik, sondern um Inklusion und gleiche Teilhabe.

Ein besonderer Dank ging schon zu Beginn an das gesamte Vorbereitungsteam und an den Sponsor Techniklotsen gGmbH, der die Tagung in diesem Jahr unterstützte. Dann übergab Kreidenweis das Wort – an die erste von zwei Frauen, die diesem Jubiläum ihr inhaltliches Gesicht geben sollten.

Tag 1: Von der Verantwortung für Daten bis zur Praxis der Assistenten

Keynote Claudia Heß: „License to Operate” – warum Daten das Fundament jeder KI sind

Den inhaltlichen Auftakt setzte Prof. Dr. Claudia Heß, Professorin für Digitale Transformation an der IU Internationalen Hochschule, IT-Beraterin und Coach, mit einer klugen, unaufgeregten und zugleich glasklaren Keynote. Ihr Titel: „License to Operate – Warum Data Governance und Datenethik zentrale Fundamente der KI-Wertschöpfung sind”. Heß, die ihre erste KI-Vorlesung bereits 2002/2004 hielt – also lange vor dem aktuellen Hype –, ist eine Stimme, die Begeisterung und Bodenhaftung verbindet. Genau das brauchte es.

Sie begann mit dem großen Versprechen der Co-Piloten aus dem Jahr 2023: KI werde uns von der „digitalen Schuldenlast” befreien, von der Flut aus E-Mails, Chats, Protokollen und Tickets. Daraus, so Heß, leiten viele Organisationen einen Trugschluss ab: Wenn die KI das alles schon kann – brauchen wir dann überhaupt noch Stammdatenpflege, Metadaten, Data Governance? Ihre Antwort über die folgende Stunde war ein entschiedenes, gut begründetes Nein zu dieser Bequemlichkeit.

Eindrücklich war, wie konsequent Heß das vermeintliche Bauchgefühl entlarvte, mit dem in der Branche über Produktivitätsgewinne gesprochen wird. „Sie hätten jetzt so eine Zahl im Kopf – aber woher kommt die denn?“, fragte sie das Publikum nach einer Handabstimmung über die eigene Effizienzsteigerung. Genau dieses Bauchgefühl finde man ständig in den großen Schlagzeilen wieder. Sie selbst beschäftige sich seit Jahren damit, Produktivitätsgewinne wirklich messbar zu machen – strukturiert, mit echten Zeitmessungen, mit A/B-Tests und Kontrollgruppen statt mit gefühlten Prozentzahlen. Dann kam die unbequeme Pointe: die versteckte Produktivitätsbremse des „AI Re-Work”. Rund 40 Prozent der durch KI gewonnenen Zeit gehen laut der zitierten Studie durch Nachbearbeitung wieder verloren – durch Korrigieren, Umschreiben, Prüfen. „Den ganzen Schwung habe ich also wieder verloren.” Und nur etwa 14 Prozent der Mitarbeitenden, die KI nutzen, erzielen durchgängig einen klaren Netto-Nutzen. Heß ging mit dieser Zahl ehrlich um: Es sei „nur” eine Umfrage, sie wolle sie nicht überstrapazieren – aber sie zeige eine Dimension, die in der Tech-Industrie gern unter den Tisch gekehrt werde.

Der vielleicht wichtigste fachliche Kern ihrer Keynote: KI skaliert die Auswirkungen schlechter Daten. Früher schlich sich in einen Report ein einzelner Fehler ein, eine Analyse war fehlerhaft, eine Person sah einmal zu viel. Heute aber gibt ein KI-Agent automatisiert und tausendfach dieselbe falsche Antwort, flächendeckend, in Bruchteilen der Zeit. Und der oft gehörte Einwand „Dafür gibt es doch RAG!” greift zu kurz: Retrieval Augmented Generation verringere zwar Halluzinationen durch mehr Kontext, verlagere das Problem aber in die Datenbasis, statt es zu lösen. Schlechte Daten führen dann zuverlässig zu falschen Antworten, unsaubere Berechtigungen zu vertraulichen Informationen in den Ergebnissen. Ihr Merksatz brachte es auf den Punkt: „KI senkt den Strukturierungsaufwand. Nicht den Governance-Bedarf.”

Besonders berührte ihr Übergang zur Datenethik – und damit zum eigentlichen Herzstück für eine Branche, die mit Menschen arbeitet. Heß ordnete drei Ebenen: das Können (technisch machbar), das Dürfen (rechtlich erlaubt, etwa nach DSGVO) und das Sollen (ethisch legitim und verantwortbar). „Nur weil wir Daten so nutzen können, heißt das nicht, dass wir es immer auch tun sollen.” Sie nahm das Publikum auf eine kleine Reise mit – durch einen Bewerbungsprozess, in dem die Unterlagen automatisch gescreent, ein KI-Chatbot das Interview führt und dabei sogar Sprache, Mimik und Gestik analysiert. „Schöne neue Welt, nicht wahr?” Bei manchen Schritten fühle man sich wohl, bei anderen stelle sich ein „Bauchgrummeln” ein – und genau das sei das ethische Gewissen, das sich meldet. Kritisch werde es immer dann, wenn KI Chancen und Lebenswege beeinflusst, wenn Entscheidungen Menschen direkt betreffen und oft gerade vulnerable Gruppen. „Fehler sind hier keine Betriebsrisiken.”

Heß plädierte dabei nicht für pauschale Verbote, sondern für einen risikobasierten Ansatz im Sinne des EU AI Act: so viel Kontrolle wie nötig, dort wo es nötig ist. Vom harmlosen Übersetzen einer Spülmaschinen-Anleitung über das rechtssichere Übertragen eines Bescheids in leichte Sprache bis zum hochkritischen Scoring, ob ein Antrag bewilligt wird – der Aufwand müsse zum Risiko passen. Sie sprach über Bias als „strukturelles Spiegelbild”: KI lerne aus historischen Daten und zeige damit die Welt, „wie sie war – nicht, wie sie sein sollte”. Sie warnte vor der „algorithmischen Monokultur” im Recruiting, bei der dieselben wenigen Systeme dieselben Bewerbungen überall konsistent aussortieren. Und sie machte klar, dass Fairness kein technischer Knopf ist: Verschiedene Fairness-Metriken wie „gleiche Teilhabe” und „gleiche Treffsicherheit” lassen sich in der Regel nicht gleichzeitig erfüllen – „die Entscheidung, was fair ist, muss im konkreten Anwendungsfall diskutiert werden, fachlich und ethisch”.

Schließlich der Human in the Loop – aber bitte nicht als Floskel. „Wir brauchen einen Human in the Loop” höre man oft pauschal. Heß widersprach der Pauschalität: nicht für alles, aber ganz sicher dort, wo man ihn wirklich braucht. Und dann müsse er auch wirken können – mit Zeit zum Prüfen, Kompetenz zur Beurteilung, Information und Erklärbarkeit sowie der Befugnis und dem Mut zum Widerspruch. Es müsse gerne gesehen sein, ein KI-Ergebnis zu überschreiben, ohne sich damit unbeliebt zu machen. Es war eine Keynote, die der Branche zugleich Respekt und Verantwortung zutraute – und damit den Ton für zwei Tage setzte.

Workshops und Innovations-Pitches: KI von der Pflege für die Pflege

Nach der Keynote stellten sich die fünf parallelen Workshops in jeweils wenigen Sätzen vor – mit der zugespitzten Leitfrage: „Warum muss man genau zu Ihnen kommen?” Das Spektrum war bewusst breit: Maximilian Weiß (Der Paritätische NRW) lud zu seinem KI-Projekt IANOS ein, Michael Majewski (S.A.T. concepts GmbH) mit „Bereit für die Wolke?” zu den Erfolgsfaktoren des Cloud-Umstiegs, Thomas Mack (Rummelsberger Diakonie) zu nachhaltiger und ethisch konformer IT-Beschaffung, Helge Brodthagen (NGD) zu „KI im Helpdesk – unser neuer Kollege Milton” und Kerstin Friedrich (Logiway) zum „ungeliebten, aber unverzichtbaren” Lizenzmanagement. Mit der „berühmten analogen Abstimmung” per Handzeichen wurden die Räume verteilt – wer wollte, konnte zwei der fünf Workshops besuchen, da sie am Folgetag wiederholt wurden.

Ein Höhepunkt des Nachmittags waren die Innovations-Pitches. Sarah Peuling (Geschäftsführerin Deutschland der DaphOS GmbH) stellte „PflegeGPT” vor – KI „von der Pflege für die Pflege”, entwickelt in einem von der österreichischen Forschungsförderung FFG geförderten Projekt gemeinsam mit der Universität Graz. Statt nach den Risiken von KI zu fragen, drehte sie die Perspektive provokant und klug um: „Was ist denn eigentlich das Risiko, es nicht einzusetzen?” Am Alltagsbeispiel der Pflegefachkraft „Anna” – kaum Informationen über die letzte Nacht, ein geänderter Schlüsselcode, später das mühsame Nachdokumentieren im Auto – zeigte sie, wie viel wertvolle Zeit heute verloren geht. Bemerkenswert war ihr Bekenntnis zu vertrauenswürdiger KI „von Grund auf”: eine hybride, neurosymbolische Architektur, die große Sprachmodelle mit Wissensgraphen verknüpft, eine Multi-Agenten-Prüfung als „faktische Firewall” gegen Halluzinationen, ein Human in the Loop in unsicheren Fällen, Datenschutz über Anonymisierung und Differential Privacy sowie Fairness über synthetische Daten, um systematische Datenlücken auszugleichen. Diese drei Säulen – Faktentreue, Datenschutz, Fairness – gelte es auszubalancieren. Ein bemerkenswert reflektierter Pitch, der die Botschaft der Heß-Keynote unmittelbar in die Praxis übersetzte: „KI, die Pflege entlastet, nicht ersetzt.”

Fabian Höger (Co-Founder & CEO der Perspective Care GmbH) stellte mit „aura” das KI-gestützte Pflegemonitoring seines Unternehmens vor – Claim: „Sturzmatte war gestern. Wir denken mit.” Statt Kamera und Mikrofon nutzt das Wandsensor-System anonyme Punktwolken, lokal auf dem Gerät verarbeitet und damit 100 Prozent DSGVO-konform und arbeitsrechtlich sicher. Aus der reinen Sturzerkennung wird durch Ganganalyse in Echtzeit echte Prophylaxe: Verschlechtert sich der Gang, wird frühzeitig alarmiert, bevor Immobilität überhaupt entsteht. Validiert vom Fraunhofer IPA, mit einer beeindruckenden Genauigkeit und einer bemerkenswert niedrigen Fehlalarmquote – illustriert mit der charmanten Anekdote einer Bewohnerin, die einen Alarm auslöste, weil sie am Boden Yoga machte. Besonders sympathisch: Das Gerät wird vollständig in Werkstätten gefertigt, womit sich der soziale Kreislauf auch in der Produktion schließt.

Workshop IANOS: generative KI menschenzentriert einführen

Stellvertretend für die starke Workshop-Riege sei hier der vertieft besuchte Workshop von Maximilian Weiß genannt (nur den konnte ich besuchen, ansonsten habe ich ja Fotos von der Veranstaltung gemacht – schade – FOMO) – Arbeits- und Nutzungspsychologe und Leiter der Stabsstelle Digitalisierung und Transformation beim Paritätischen Landesverband NRW. Sein Projekt IANOS („Intelligente Assistenten für eine nachhaltige Optimierung des Sozialwesens”) bezeichnet er als das größte KI-Projekt der Freien Wohlfahrt in Deutschland. Was diesen Workshop so wertvoll machte, war seine Ehrlichkeit – und seine zutiefst menschliche Grundhaltung.

Weiß framte das Thema entlang der „KI-Reise”, einer Dunning-Kruger-artigen Kurve: von der nackten Chatzeile, an der man nicht weiß, wo man anfangen soll, über die Überbewertung (die Utopisten mit der Drei-Tage-Woche, die Dystopiker mit der Matrix) bis ins „Tal der Tränen” des Hype-Zyklus. Keine der beiden Extrempositionen habe recht. Den Gipfel – die vollständigen Effizienzgewinne – werde man nie erreichen, weil sich Technik und Arbeitskontexte zu schnell veränderten; man brauche oben „nur eine Vision, wo wir hinwollen”. Mit dem Gedankenexperiment vom exponentiellen Wachstum (30 Schritte, jeder doppelt so lang wie der vorige, von der Kölner Domplatte bis weit hinter Tokio) machte er greifbar, warum unser Gehirn, das „linear denkt und faul ist”, mit der Verdopplungsgeschwindigkeit der Maschinen schlicht nicht mithalten kann. Daraus folgte sein vielleicht wichtigster Satz – und der war kein technischer: „Seien Sie gnädig zu sich. Sie können nicht mithalten, und das ist okay. Und jede Organisation mit ihren Prozessen kann erst recht nicht mithalten, und das ist auch okay.”

Weiß sparte die Schattenseiten nicht aus. Er sprach über die hohe Schatten-KI-Quote in den Organisationen, über das Bias-Problem (wir glauben Maschinen und Autoritäten zu schnell), über Stigmatisierung von KI-Arbeit, über „dämliche KPIs” wie „20 Prompts pro Woche für einen Bonus” und über die Gefahr der Arbeitsverdichtung. Besonders entlarvend war sein Blick auf einen absurden Verwaltungsprozess in der Eingliederungshilfe: Ein Maßnahmenplan, dessen Erstellung sechs bis zehn Stunden dauert (mit KI vielleicht die Hälfte) – nur um anschließend ausgedruckt, eingetütet, per Post verschickt, beim Kostenträger wieder eingescannt, dort erneut durch eine KI ausgewertet, wieder ausgedruckt und zurückgeschickt zu werden. „Wo ist da der Effizienzgewinn?” Die Lehre: KI lohnt sich nur, wenn man die Prozesse systemisch mitdenkt.

Sein pragmatischer Kompass für die Praxis bestand aus klugen Leitplanken, die „Sicherheit und Bewegungsfreiheit” geben: „So pragmatisch wie möglich und so sicher wie nötig.” Lieber eine Anwendung veröffentlichen, die zu 80 Prozent fertig ist (mit klarer Definition of Done) und dafür 90 Prozent weniger Aufwand kostet – denn „die letzten 20 Prozent kosten exponentiell viel mehr Zeit”. Über eine „Anwendungsampel” skalierte er Use Cases nach Unbedenklichkeit und Fachkompetenz. Und beim Thema Souveränität wurde er angenehm unbequem-ehrlich: „So souverän wie möglich und so abhängig wie nötig.” Man schaffe es derzeit schlicht nicht, ausschließlich mit Open-Source-Modellen die nötige Qualität zu erreichen – also gehe man ein Stück weit in die Abhängigkeit und versuche, schrittweise souveräner zu werden. So sehe ich das auch.

Der Schlüssel zu allem aber sei die Fachkompetenz – für Weiß das Allerwichtigste. Je höher die Fachkompetenz, desto geringer die Rework-Quote, desto besser auch das Prompting: „Wenn ich keine Ahnung vom Thema habe, kann ich auch nicht die richtige Frage stellen.” Für alle, die sich um ihren Job sorgen, hatte er eine klare Botschaft: „Nein, ich sehe nicht, dass er weggenommen wird” – weil gerade in dieser Branche so viele zwischenmenschliche, nicht messbare Dinge zählen. In seiner Live-Demo zeigte er, wohin die Reise geht: eine Multi-Expert-Agenten-Plattform mit über 120.000 Prompts pro Monat, mehr als 2.200 Nutzerinnen und Nutzern bundesweit und über zwölf spezialisierten Agenten. Über allem aber stand das Credo seiner Projektvision: „Wenn es nicht darum geht, dass eine Fachkraft wieder mehr Zeit für die Arbeit mit und an Menschen hat, dann müsst ihr euch vielleicht etwas anderes suchen.” Oder, mit dem zitierten Satz von Gesundheitsminister Laumann: „Niemand geht in die Pflege, um zu dokumentieren.”

Abends im Holzer-Saal: 20 Jahre in Bildern und ein leiser Abschied

Am Abend ging es hinüber in die Sommerresidenz und den Hofgarten der Katholischen Universität und schließlich hinauf in den barocken Holzer-Saal. Dort ließ Helmut Kreidenweis unter dem selbstironischen Titel „Ein paar völlig überflüssige Jubiläumsworte” zwei Jahrzehnte Revue passieren. „Wer von Ihren Kollegen 2006 und 2007 ist heute noch dabei?“, fragte er in die Runde – und traf damit den Nerv einer Community, die über viele Jahre zusammengewachsen ist.

Er erinnerte an seine zentralen Thesen von damals: an die engen Finanzspielräume für IT-Investitionen, an das wenig ausgeprägte Bewusstsein für IT als unternehmenskritisches Strategiefeld, an die defizitären Software-Auswahlprozesse und Know-how-Lücken – und an einen Softwaremarkt, der national strukturiert, von geringen Margen geprägt und technologisch im Rückstand war. Vieles davon, das wurde im Rückblick deutlich, hat sich über 20 Jahre spürbar bewegt. Und was bleibt? „Wir brauchen uns in Sachen IT und Digitalisierung nicht zu verstecken, denn die gewerbliche Wirtschaft kocht auch nur mit Wasser – wenn auch manchmal eher mit San Pellegrino.” Viele Stammgäste der Tagung hätten sich in Sachen IT-Professionalität deutlich vom Branchendurchschnitt abgehoben. Und: Themen brauchen ihre Zeit – über Telematik, Assistenzsysteme und Interoperabilität sprach man schon in den Nullerjahren.

Auf der „Habenseite” nach 20 Jahren standen Sätze, die viele im Saal berührt haben dürften: Austausch ohne institutionelle Grenzen, anregende Innen- und Außenblicke der Branche, eine echte Community geformt, die Grundlage für FINSOZ gelegt – und, mit liebevollem Humor, „keine blauen Lippen mehr auf den Gängen des Priesterseminars”. Im „Soll” blieb selbstkritisch, was über zwei Jahrzehnte nicht gelang: mehr Resonanz aus der Wissenschaft, mehr Beteiligung der Spitzenverbände und der Vorstände der Komplexträger – und, augenzwinkernd, der nie gekommene ICE-Halt in Eichstätt. Die Abschiedsfolie schließlich brachte alles auf den Punkt: „Für mich gilt nun (fast): SCHLUSS. AUS. ENDE.” – „und noch ein bisschen IT-Beratung sozialer Träger”. Ein versöhnlicher, augenzwinkernder Schlusspunkt unter zwei Jahrzehnte, getragen von Wärme, Humor und Dankbarkeit. Ein Moment, den niemand im Saal so schnell vergessen wird.

Tag 2: Loslassen, um Neues zu schaffen – und ein ehrlicher Realitätscheck

Keynote Sandra Bils: die unterschätzte Kunst des Weglassens

Den zweiten Tag eröffnete Prof. Dr. Sandra Bils – Organisationsentwicklerin, Beraterin und Transformationsforscherin, studierte Theologin und Arbeitswissenschaftlerin – mit einer Keynote, die die übliche Innovationsfrage elegant auf den Kopf stellte. Nicht „Was müssen wir Neues tun?“, sondern: „Was müssen wir loslassen, um Neues zu schaffen?” Nach einem späten, geselligen Vorabend brachte sie das Publikum erst einmal spielerisch „auf Betriebstemperatur” – mit einem kleinen Bauklotz-Rätsel: Ein wackeliges Dach über einer Figur sollte stabilisiert werden. Die meisten bauten fröhlich hinzu, errichteten Säulen, dachten kreativ. Dabei wäre die effizienteste Lösung gewesen, einfach einen Stein zu entfernen, damit das Dach eine Etage tiefer sackt und stabil aufliegt.

Genau das, so Bils, sei kein Gag, sondern ein psychologisches Grundprinzip. Sie verwies auf die Forschung des Verhaltensforschers Leidy Klotz („Subtract – The Untapped Science of Less”): Selbst als die Probandinnen und Probanden im Wettbewerbsmodus für jeden zusätzlich verbauten Stein bezahlen mussten und einer Teilgruppe sogar explizit gesagt wurde, dass Wegnehmen nichts kostet, nahmen nur eine Minderheit tatsächlich etwas weg. „Wir unterschätzen Subtraktion als Lösungsstrategie ganz grundsätzlich und systematisch.” Im beruflichen Alltag starten wir fast immer mit einer weiteren Lösung – ein zusätzlicher Kanal, ein weiterer Workflow, noch eine Dokumentationsstelle – während im gleichen Maße nichts ausgeschlichen wird. Mit Blick auf den Earth Overshoot Day und auf den Soziologen Hartmut Rosa zeichnete sie das Bild einer „Gesellschaft im Modus der Steigerung”, in der die Addition zur Grundlogik geworden ist – und in der dieses systemische Problem oft fälschlich individualisiert wird („vielleicht muss ich mich einfach mehr anstrengen”).

Ihr Kernbegriff: Exnovation – Loslassen, Verlernen, Aufhören, Beenden, Desinvestieren, Ausschleichen. Der Begriff stammt vom Gesundheitsforscher John Kimberly, der in den 1980er Jahren beobachtete, dass Krankenhäuser voller „Abstellkammern des Grauens” waren – mit ausgebauten Geräten, die man nicht entsorgte, weil eine Erinnerung daran hing. Exnovation sei der bewusste, absichtsvolle Prozess, sich von einer einst geschätzten Innovation zu trennen, die heute nicht mehr gebraucht wird – verstanden als „selektive Kontinuität”: Manches wird bewusst weitergeführt, anderes bewusst beendet. Innovation und Exnovation stünden dabei wie Yin und Yang zueinander; Exnovation sei nicht die Gegenspielerin, sondern die Voraussetzung von Innovation. Ihr eigenes, selbstironisches Bild: der überquellende Kleiderschrank, in den nur dann Neues passt, wenn Altes geht – „schmerzhaft, aber notwendig”.

Warum Loslassen trotzdem so schwerfällt, machte sie mit dem „End Gap” des Designstrategen Joe Macleod greifbar: Das Onboarding eines Produkts oder Prozesses sei stets strategisch durchdacht – Kommunikation, Schulung, Change Management. Doch das Offboarding bleibe „im Nebel”, ein blinder Fleck, für den sich niemand zuständig fühle. Jeder kenne das vom eigenen Smartphone, voll mit Apps vergangener Weltmeisterschaften. Transformation scheitere deshalb oft schon am Anfang, weil niemand das Ende mitdenke. Macleods Antwort – ein „gutes Ende” in sieben Phasen, vom wachsenden Zweifel über die beidseitige Abkehr bis zum reflektierten Neustart – übersetzte Bils klug in die Welt der IT-Verantwortlichen: Wer ein Ende gestaltet, hat es im Griff; wer es dem Zufall überlässt, riskiert, dass im Nachhinein alles abgewertet wird – „das war eh immer alles Schrott”.

Ihr Praxisbeispiel blieb hängen: die Rügenwalder Mühle. Das 1834 gegründete Traditionsunternehmen wagte 2014 erstmals „Wurst ohne Wurst” – anfangs nur 0,3 Prozent der Produktion. Der konsequente Exnovationsschritt kam Jahre später, als die Mühle ihr fleischbasiertes Flaggschiff, den Schinkenspicker, aus dem Sortiment nahm, um Produktionslinien für vegetarische Varianten frei zu machen. „Wir haben ein Produkt beerdigt, das für die Marke stand. Es war kein Fehler, aber ein Schritt mit Symbolkraft”, zitierte sie den CEO. Das Ergebnis: ein Unternehmen, das heute den überwiegenden Teil seines Umsatzes fleischlos erwirtschaftet, Marktführer bei pflanzlichen Alternativen ist und gegen den Markttrend wächst. Das Markenimage – bodenständig, verlässlich, traditionell – habe der Innovation nicht widersprochen; durch das Abschneiden „alter Zöpfe” seien erst die Kapazitäten für die Weiterentwicklung entstanden. „Vielleicht gibt es in Ihrem System ja auch Schinkenspicker”, lud Bils das Publikum ein – Produkte oder Prozesse, an denen wir festhalten, obwohl ein Loslassen Freiräume schaffen würde.

Mit der X-Kurve der Transformationsforschung, mit psychologischen Fallen (Verlustaversion, Status-quo-Verzerrung, Sunk-Cost-Falle) und mit einem augenzwinkernden Verweis auf Niklas Luhmann – „Organisationen bestehen nicht zur Erreichung von Zielen, sondern in erster Linie, um sich selbst am Leben zu erhalten” – legte sie schonungslos offen, warum gerade in Governance-Strukturen das „immer mehr und noch eins obendrauf” belohnt wird, das Schaffen von Freiräumen hingegen nie. Ihr Schlussappell: „Ending Engineering” – das Ende von Anfang an mitdenken, als Teil einer durchdachten Customer Journey. Und zwei ehrliche Fragen als Mitnehmsel: „Was halte ich in meinem Arbeitsalltag noch aufrecht, obwohl es keinen echten Beitrag mehr leistet? Und was müsste ich loslassen, damit wieder Energie frei wird?” Ihre Schlussbotschaft fasste alles zusammen: „Exnovation heißt: Nicht alles Etablierte verdient Zukunft.” Eine Keynote, die zum Tag des Abschieds nicht besser hätte passen können.

IT-Report 2026: Zahlen, die der Branche den Spiegel vorhalten

Zum Abschluss präsentierten Prof. Helmut Kreidenweis und Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff (Hochschule Hof, University of Applied Sciences) den IT-Report für die Sozialwirtschaft 2026 – die empirische Standortbestimmung der Branche, faktenreich, ehrlich und mit jenem Augenzwinkern für „Absonderlichkeiten”, das den Report so beliebt macht. Es war zugleich ein Report mit Symbolkraft: der letzte in dieser bewährten Form. Mit der Emeritierung von Helmut Kreidenweis endet seine rund 19-jährige Mitarbeit; ab 2027 führt Joerg Redmann (Geschäftsführer der Sanovis GmbH, eine Tochter der CURACON GmbH) das Format schlanker fort, bewusst ohne Sponsoring, mit Kreidenweis und Wolff weiterhin als beratende Experten und mit dem Schwerpunkt „Wertbeitrag der IT”.

Inhaltlich zeichnete der Report ein nüchternes, lehrreiches Bild. Die teilnehmenden 168 sozialen Organisationen repräsentieren rund 17 Prozent der Sozialwirtschaft, einen kumulierten Umsatz von etwa 17 Milliarden Euro und rund 350.000 Mitarbeitende. Die IT-Aufwendungen steigen weiter leicht – im Schnitt auf rund 1,9 Prozent des Gesamtaufwands, mit einer enormen Spannweite von 0,2 bis 12 Prozent. Die zentrale, fast schon philosophische Frage des Reports aber lautet: Wo bleibt der Effizienzgewinn? Denn die Prozessstandardisierung und ihre Einhaltung stagnieren seit Jahren weitgehend. Kreidenweis’ Kernsatz: „Mehr Geld für IT bedeutet nicht automatisch Effizienzgewinne in den Prozessen.” Den Knoten löse am Ende nicht die IT, sondern die Fachbereiche – der Schlüssel liege bei den Führungskräften in den Fachbereichen, die Veränderung vorleben und ihre Teams mitnehmen müssen.

Bei der Zufriedenheit mit den Softwareanbietern zeigten sich die altbekannten Schwachstellen: am niedrigsten beim Preis-Leistungs-Verhältnis und – bemerkenswert – bei der Beratungsqualität, die gerade bei Software-Einführungen so entscheidend ist. Bei den IT-Kompetenzen rangiert IT-Sicherheit ganz oben, während die Nutzung neuer Digitaltechnologien (inklusive KI) erstaunlicherweise weniger vordringlich gesehen wird. Positiv: IT-Themen sind in den Leitungsgremien angekommen – über 80 Prozent besprechen sie „oft” oder „fast immer”, die Top-Themen sind KI und Datenschutz. Am geringsten ist die Zufriedenheit mit der personellen Ausstattung der IT und mit der Veränderungsbereitschaft der IT-Mitarbeitenden. Neu und passend zum roten Faden der Tagung: Für 55 Prozent der Träger ist digitale Souveränität wichtig oder sehr wichtig – wobei viele noch in der Orientierungsphase stecken.

Wolff übernahm den Anbieterteil und mahnte angesichts nur 20 teilnehmender Firmen zur Vorsicht. Sein wichtigster Befund: Die Mitte des Marktes wird immer dünner. Die Kernprozesse werden zunehmend mit eigenen Lösungen abgedeckt – ein positiver Trend, da fremdbediente Bereiche früher zu Informationsverlusten führten. Beim Thema KI sind die Anbieter überraschend weit: 65 Prozent bieten bereits KI-Funktionen, am häufigsten für die Berichterstellung. Beim Cloud-Hosting dominiert – „etwas gegen unsere Souveränitäts-Initiative” – nach wie vor Microsoft, während Hetzner deutlich zulegt. Eine echte „Unlogik” trieb Wolff um: Die Anbieter sind mit der Vergangenheit zufriedener und für die Zukunft optimistisch – doch ihre Investitionsbereitschaft bricht ein. „Wohin soll das führen?“, schloss er, und ließ die Frage bewusst offen im Raum stehen.

Zum Ende dankte Kreidenweis herzlich für das Engagement über knapp zwei Jahrzehnte, Jörg Redmann würdigte den Report „mit einem lachenden und einem weinenden Auge”, und eine FINSOZ-Vertreterin lud – ganz im Geist der Exnovation – zur Fachtagung 2027 ein: vieles werde neu betrachtet, auch die Tagung selbst, doch stattfinden werde sie auf jeden Fall.

Der rote Faden

So vielfältig die Beiträge, so klar das gemeinsame Thema: Technologie verantwortungsvoll gestalten – mit dem Menschen im Mittelpunkt. Claudia Heß zeigte, dass KI nur so gut ist wie die Daten und die Ethik dahinter. Maximilian Weiß führte vor, wie man generative KI menschenzentriert, pragmatisch und souveränitätsbewusst einführt – und dass Fachkompetenz der entscheidende Faktor bleibt. Sandra Bils erinnerte daran, dass echtes Neues oft nur entsteht, wenn wir den Mut zum Loslassen aufbringen. Und der IT-Report hielt der Branche ehrlich den Spiegel vor: Mehr Geld allein schafft keine Effizienz – es braucht Haltung, Prozesse und Führung.

Datenethik, Datenqualität, digitale Souveränität, der Mut zum Weglassen, der Mensch als Mitgestalter statt als Konsument oder Opfer der Technik: Diese Tagung hat gezeigt, dass die Sozialwirtschaft Technologie weder naiv bejubelt noch ängstlich meidet, sondern bewusst gestalten will. Genau das macht diese Community so wertvoll – und genau das gibt Hoffnung für die nächsten 20 Jahre.

Ein großes Dankeschön 🙏

Eine Tagung wie diese lebt von vielen Händen und vielen Herzen.

Ein ganz besonderer, von Herzen kommender Dank gilt Prof. Helmut Kreidenweis. 20 Jahre lang hat er die Eichstätter Fachtagung Sozialinformatik aufgebaut, geprägt und mit Leben gefüllt – als Gründer, Gastgeber, Forscher und Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Praxis. Was er geschaffen hat, ist weit mehr als eine Veranstaltungsreihe: Es ist ein Netzwerk, eine Vertrauensgemeinschaft, ein fachliches Zuhause für eine ganze Branche – und mit dem IT-Report ein Stück empirisches Gedächtnis der Sozialwirtschaft. Lieber Herr Kreidenweis, für dieses Lebenswerk, für Ihre Klarheit, Ihren feinen Humor und Ihre Menschlichkeit: Von Herzen Danke. Wir wünschen Ihnen für die Emeritierung und den neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute – viel Zeit für die Berge, für die Menschen, die Ihnen wichtig sind, und für „noch ein bisschen IT-Beratung sozialer Träger”.

Herzlichen Dank an FINSOZ e. V., den Digitalverband der Sozialwirtschaft – an den gesamten Vorstand, namentlich an den Vorstandsvorsitzenden Helmut Ristok, Anne Lena Knall und Henning Golldack (Vorstand FINSOZ e. V.) – für das Versprechen, dieses besondere Format zu erhalten und mutig weiterzuentwickeln. Danke an die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Arbeitsstelle für Sozialinformatik für die wunderbare Gastfreundschaft und das barocke Ambiente, das diese Tagung so unverwechselbar macht.

Danke an das gesamte Vorbereitungs- und Einsatzteam, das im Hintergrund unermüdlich für den reibungslosen Ablauf gesorgt hat – ohne diese Energie wäre nichts davon möglich gewesen. Und ein ausdrücklicher Dank an den Sponsor Techniklotsen für die Unterstützung in diesem Jubiläumsjahr.

Von Herzen Dank an alle Vortragenden und Workshop-Leitenden, die ihr Wissen so großzügig und so reflektiert geteilt haben – an Prof. Dr. Claudia Heß und Prof. Dr. Sandra Bils für zwei herausragende Keynotes, an Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff und Prof. Helmut Kreidenweis für den IT-Report, an Maximilian Weiß (Der Paritätische NRW), Michael Majewski (Geschäftsführer der S.A.T. concepts GmbH), Thomas Mack (Referent für Sozialinformatik, Rummelsberger Diakonie), Helge Brodthagen (Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie) und Kerstin Friedrich (Lizenzmanagerin der Logiway) für ihre Workshops sowie an Sarah Peuling (DaphOS GmbH, PflegeGPT) und Fabian Höger (Perspective Care GmbH, „aura”) für die Innovations-Pitches. Ihr habt aus zwei Tagen ein Feuerwerk an Impulsen gemacht. Hoffentlich habe ich jetzt hier niemanden vergessen…

Und schließlich: Danke an alle Teilnehmenden. Ihr seid diese Community. Ihr macht aus einer Tagung ein Zuhause auf Zeit. Man sieht sich – 2027 zur nächsten Runde, dann unter dem Dach von FINSOZ e. V., aber im selben Geist. 🚀


Welcher Impuls aus Eichstätt bleibt bei Ihnen am stärksten hängen – die Frage nach der Datenethik, der Mut zum Loslassen oder die Erinnerung daran, dass am Ende immer der Mensch im Mittelpunkt steht? Ich freue mich sehr über Ihre Gedanken in den Kommentaren.

Transparenz: Dieser Artikel ist mit Hilfe von KI entstanden / ausformuliert worden. Die Gedanken sind aber meine:-)

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Dieser Beitrag ist am 23. Juni 2026 auch auf LinkedIn erschienen.

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