Gestern und vorgestern war ich zum vierten Mal dabei, diesmal zu einem besonderen Anlass: 10 Jahre Dialog für Cybersicherheit. Das Bild vor dem Hauptbahnhof ist auf der Rückfahrt entstanden, mit vollem Kopf und voller Speicherkarte.
Was mich jedes Jahr beeindruckt: Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und das BSI diskutieren hier auf Augenhöhe, auch kontrovers. Dass eine Sicherheitsbehörde sich so einen offenen Dialog leistet und Kritik ausdrücklich einlädt, ist alles andere als selbstverständlich. Dr. Anja Hartmann, die die Denkwerkstatt vor zehn Jahren gegen viele Widerstände angestoßen hat, erzählte, wie hart das erkämpft war.
💬 In der Fishbowl habe ich die Perspektive der freien Wohlfahrtspflege eingebracht: rund zwei Millionen Beschäftigte, drei Millionen Ehrenamtliche, Tausende kleine, eigenständige Träger. Meine steile These: Organisationen unterhalb einer gewissen Größe werden ihre IT künftig nicht mehr sicher selbst betreiben können. Die kritische PHP-Lücke der vergangenen Woche hat wieder gezeigt, wie schnell man heute reagieren muss. Prompt gab es Widerspruch. Genau dafür ist dieser Raum da.
🔐 Am Samstag wurden die Ergebnisse der beiden Workstreams vorgestellt, beide lohnen das Lesen:
– Cyberdome: ein niedrigschwelliger Schutzschirm für kleine öffentliche Stellen, mit versionierten BSI-Vorgaben in Git, einem DNS-Schutzangebot auf Basis des BSI-Wissens und automatisierten Software-Checks schon bei der Beschaffung. Vieles davon ließe sich auch auf soziale Träger übertragen.
– „Berichten über Cyber“: eine Handreichung und ein Notfallblatt für Journalistinnen und Journalisten, mit dem schönen Grundsatz: Zeigt die betroffenen Menschen, nicht den Hoodie vor dem Bildschirm.
Beides gibt es unter dialog-cybersicherheit.de/media.
Die Fuckup Night am Freitagabend war ehrlich und lehrreich: Backups in derselben Domäne, der Notfallplan auf dem verschlüsselten Server und ein KI-Agent, der beim „Cache leeren“ die ganze Festplatte löscht und sich danach „absolutely devastated“ zeigt. Die wichtigste Lehre: Eine gute Fehlerkultur hilft mehr als jede Technik.
Der Dialog wird sich verändern: Das BSI will mit dem Format raus aus der Fachblase und deutlich mehr Menschen erreichen. Ich finde den Schritt richtig. Die Bedrohungslage durch KI ist längst ein Thema für die ganze Gesellschaft. Und ich bin gespannt, wie wir das Vertrauen und die Tiefe aus zehn Jahren Denkwerkstatt mitnehmen.
📸 Herzlichen Dank an das Dialog-Team – Caroline Krohn-Atug, Lars Bartsch, Katharina Witterhold und Doris Rehn –, an das Dialogkomitee und an die Ehrenamtlichen im Refugio. Meine Fotos stelle ich wie immer allen Teilnehmenden zur Verfügung: Nutzt sie gern und erzählt eure Geschichten von diesen zwei Tagen.
#DiCySi



















Dieser Beitrag ist am 25. Oktober 2026 auch auf LinkedIn erschienen.